Die Reichsherrschaft Bonndorf – Teil 1

Eigentlich war ich auf der Suche nach Informationen über  den Flecken Oberhalden bei Boll,  dem heutigen  Park-  Spiel- und Grillplatz zwischen Boll und Schattenmühle.  Dabei bin ich auf ein  über 200 seitiges altes Geschichtsbuch über den Amtsbezirk Bonndorf gestossen , das von  Gerhard Boll aus Waldshut abgeschrieben und online gestellt wurde, Quelle siehe unten.  Das Buch ist von 1861 und ist damit über 150  Jahre alt.

Der Amts-Bezirk
oder
die ehemalige sanktblasische
REICHSHERRSCHAFT BONDORF.

Geschichtliche Beschreibung
von Albert Kürzel,
Pfarrer in Gündelwangen.

Freiburg im Breisgau

Commissionsverlag von Fr. Xav. Wangler in Freiburg.
1861

Das Vorwort hieraus lautet wie folgt :

Vorrede.
Diese geschichtliche Beschreibung des Amtsbezirks Bondorf ist das reine Ergebniß einer Privatbeschäftigung, die niemals dazu bestimmt war, an das Tageslicht zu treten; allein durch die nothwendige Umfrage und durch Forschen nach geschichtlichen Urkunden konnte sie nicht lange verborgen bleiben und knüpfte sich manches Jnteresse und manche Erwartung daran. So sehr es in der Absicht lag, denselben gerecht zu werden, so weiß es dennoch niemand besser, was ermangelt, als der Verfasser selbst, sowie auch keiner mehr die Erfahrung gemacht hat, was es heißt, an einsamem Orte, fern von literarischen Hilfsmitteln, eine Geschichte zu schreiben.
Was den Zweck der Arbeit betrifft, so sollte sie eine möglichst genaue und umfassende Geschichte des Amtsbezirks im Allgemeinen und eines jeden Ortes im Besondern sein, wodurch es einem Jeden gegönnt wird, einen Blick in die Vergangenheit seines Wohnortes zu werfen und darnach die allmählige Entwicklung der gegenwärtigen insbesondere politischen Zustände zu ermessen.
Wenn der Kirche und den kirchlichen Gebäuden eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, so geschah es eines Theils darum, weil sich darin am meisten Stoff darbot, ohne welchen es keine Dorfgeschichte gegeben hätte, andern Theils, weil dieses für den Ortsbewohner von größerem Jnteresse ist.
Manchem Leser dürfte die Art der Darstellung auffallen, die sich von
gewöhnlicher Geschichtsschreibung unterscheidet. Jch habe die Regestenform gewählt, zum Theil durch Mangel an Urkunden genöthigt, wodurch der geschichtliche Faden bisweilen unterbrochen wurde, zum Theil glaubte ich dadurch eine größere Deutlichkeit und Vollständigkeit zu erzielen, sowie Gelegenheit zu weiterer Forschung darzubieten. Es gibt wohl keinen andern Amtsbezirk, der eine solche geschichtliche Begrenzung hat, als Bondorf, wodurch die Erinnerung an die frühern Zustande treu bewahrt wird, welches auch die Veranlassung war, die Beschreibung darnach einzurichten und sie in diesen geschichtlichen Rahmen einzukleiden.
Hiemit statte ich dem Herrn Archivrath Dr. Bader meinen verbindlichsten Dank ab, dessen gediegene geschichtliche Abhandlungen ich nicht allein treu benützt habe, sondern auch in meiner Arbeit von ihm selbst auf’s Freundlichste unterstützt wurde. Anbei bemerke ich, daß mir jede Berichtigung im Jnteresse der Geschichte nur willkommen sein kann.
Gündelwangen im Mai 1861.
Der Verfasser

Aus der Abschrift von Gerhard Boll :

KÜRZEL, ALBERT: Pfarrer und Buchautor; * 15. November 1811 in Freiburg im Breisgau; † 27. Mai 1884 in Ettenheimmünster (Kloster); wurde am 9. September 1837 zum Priester geweiht. Er war zunächst Vikar in Bettmaringen, ab 1847 Pfarrer in Eschach und von 1851 bis 1865 in Gündelwangen. Er beschäftigte sich mit heimatlicher Geschichtsforschung und war bekannt mit Joseph Bader. Zahlreiche Schriften entstanden vor allem in seinen letzten Jahren in Ettenheimmünster.

Dieser Fund hat mich richtig begeistert, wie ich im nachhinein gesehen habe ist es auch auf der Wikipedia Seite von Bonndorf aufgeführt. Ich habe vor es gründlich zu lesen und die interessantesten Teiler in ObeAbe.de bekannt zu machen.

Quelle und Buch in pdf-Format : Reichsherrschaft Bonndorf

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