Abriss von Bad Boll war ein Fehler

Heute gab es im Bonndorfer Lokalteil der Badischen Zeitung einen Artikel über Bad Boll. Zitat daraus:

Mit dem Werden und Vergehen der Siedlung Bad Boll befasste sich Matthias Wider während der Sommerferien im Rahmen einer geschichtsdidaktischen Studie, die der Löffinger für eine Lehrveranstaltung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg verwendet …  „Heute erinnern nur noch die im Verfall begriffene Kapelle, einige spärliche steinerne Zeugen unter Gras und Sträuchern, der kleine Felsenweiher, einzelne Fremdlingspflanzen und der von stattlichen Ahornbäumen gesäumte Badweg daran, dass hier vor Zeiten nicht nur der gerne zitierte rege Kurbetrieb herrschte, sondern dass hier einst einfach auch gelebt und gewirtschaftet, gestritten und getanzt, musiziert und getrauert, gebadet und flaniert, geheilt und gequacksalbert, geglaubt, verflucht, gelitten und geholfen wurde. Die Hinterlassenschaften einer über 500-jährigen Geschichte, die von Höhen und Tiefen, von Irrungen und Wirrungen, von Größe und Niedergang erzählen könnten, sind gleichsam über Nacht ausgelöscht worden; sie sinken mit jedem weiteren Jahr mehr in Vergessenheit herab, auch wenn sich die mit der Zeit schwindende Kraft der Erinnerung noch so sehr dagegen stemmen mag“, resümiert der Autor. Und er plädiert dafür, außer dem Erhalt der Badhofkapelle auch Rudimente des einstigen Kurhauses von der wuchernden Vegetation zu befreien, wenigstens einen Teil der ehemaligen Parkanlage wieder zur Begehung herzurichten und den Standort der anderen zerstörten Gebäude beispielsweise durch eine geeignete Grundrissbepflasterung wieder heraus zu präparieren. „Von geschichtsdidaktischer Warte aus betrachtet, muss der Abriss von Bad Boll als ein vom Moment geleiteter Fehler eingeordnet werden: einmal, weil er greifbare Erinnerung an menschliches Leben verschleudert und zum anderen, weil er das Jahrhunderte währende teils zähe Ringen um Kontinuität vollständig entwertet hat“, urteilt Matthias Wider nach eingehender Forschung… Matthias Wider stellt die Zusammenfassung seiner Erkenntnisse dem Freundeskreis Badhofkapelle zur Verfügung: http://www.kapelle-badboll.de

Den ganzen Artikel findet man hier :  Badische Zeitung – Bad Boll

Dieser Artikel spricht mir aus der Seele.  Als mich mal jemand fragte was ich an Bad-Boll finde und  warum ich alles mögliche darüber sammeln würde sagte ich,  weil ich Bad-Boll noch selbst kennen lernen durfte und es ganz toll fand –  über was ich nichts erzählte ist das traurige Gefühl, das mich manchmal überkommt,  die Gewissheit,  dass hier etwas sehr schönes unwiderbringlich verloren gegangen ist und ganz langsam in Vergessenheit geraten wird.

Und hier nochmal zwei ältere ObeAbe-Artikel mit meinem schönsten Bad-Boll Foto:


Bad Boll Speisesaal – Postkarte

Bild grösser anschauen :   Speisesaal gross

Speisesaal – Detail Fenster

Bild grösser anschauen :   Fenster_gross

So ein Bild hab ich schon in der Festschrift des Schwarzwaldvereins gesehen , vor kurzem wurde es günstig in Ebay angeboten , da konnte ich nicht widerstehen ,  weil …

Eigentlich nur eine neue Postkarte mit 14x9cm , aber Dank  der Hilfe meines Sohnes Christians  ,  mit Makrofotografie und einigen Fotobearbeitungen kann man viel mehr Details als auf der Postkarte selbst erkennen.

Die Fenster im Speisesaal in Bad Boll waren wunderschön ,  im Jugendstil ,  links und rechts vom Fenster gab es  schöne Figuren  ,  ein Farbfoto wäre natürlich noch schöner


Hier noch mein grösster Schatz  als krönender Abschluß dieser Serie .  Das Originalfoto ist  30cm breit !   Und ein paar Details  daraus :

Man sieht sogar jemand am Eingang stehen .

Wer auch nicht genug kriegen kann hier in Original – Scangrösse :

Bad Boll im Wutachtal 1986 Original

Inzwischen sind es soviele Karten und Bilder ,  dass sich eine eigene Seite dafür lohnen würde.

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