Wie der Schwarzwald erfunden wurde.

Wie der Scharzwald erfunden wurde – das Buch zur 5-teiligen Fernsehreihe.

Wir freuen uns schon wieder auf heute Abend, wenn die nächste Folge der SWR-Dokureihe Schwarzwaldgeschichten kommt.  Eigentlich müsste die Reihe  Geschichte des Schwarzwaldes heißen oder noch besser die der Menschen im Schwarzwald bis heute.

Wer wie wir alles ganz genau wissen will oder wer die Schwarzwaldgeschichten bisher verpasst hat,  kann sie in diesem wunderschönen Buch von Silvia Huth nachlesen.   ( Silberburgverlag 19,9o€).

Was mir neben den vielen  Fotos  besonders gut gefällt ist, dass man nicht aus einer romantisch verklärte Sicht  schreibt – Inhaltsverzeichnis:

  • Marke, Mythos, Heimat
  • Das Kalte Herz
  • Das Schwarzwaldmädel und seine Künstler
  • Mit Axt und Rosenkranz
  • Erz und Glas
  • Aus Wald wird Forst
  • Der Wald und der Zeitgeist
  • Der magische Schwarzwald
  • Schwarzwaldbauern:  Das Generationen Projekt
  • Überlebensfragen
  • Unternehmergeist
  • Krisenzeiten: Das 19. Jahrhundert
  • „Oh Bauernstand“
  • Die Schwarzwaldindustrie
  • Fortschritt auf Schienen
  • Das Freizeitparadies
  • Nostalgie inklusive?
  • Heimatgefühle
  • Die SWR Schwarzwaldgeschichten

Das Buch ist richtig spannend geschrieben und jetzt verstehe ich manche Zusammenhänge besser:

Beginnend vom Münstertal aus hat man  den unwirtlichen Urwald besiedelt,  man hat zunächst Kloster gegründet und neben dem Wald vor allem die Bodenschätze ausgebeutet.   Danach kam eine Welle von Glashütten,  die von Ort zu Ort zogen, bis in deren Umkreis kein Baum mehr wuchs.  Mit den Glashütten kamen die Glasträger und der Kontakt und Austausch mit der restlichen Welt  begann.   Im 18. Jahrhundert gab es dann eine Blütezeit der Schwarzwälder Uhrenbauer,  gefolgt von der Krisenzeit  zu Beginn des 19. Jahrhunderts.   Danach  wurde der Schwarzwald als Urlaubsgebiet entdeckt, der Schwarzwaldverein entstand, die romantisch Seite des Schwarzwaldes wurde entdeckt, Luftkurorte entstanden.

Gleichzeitig dh. mit dem Bau der Gerwig-Uhrmacherschule in Furtwangen begann eine Phase der Industrialisierung und der Feinwerktechnik im Schwarzwald . Deren Niedergang wurde mit der Quarzuhr aus Fernost eingeläutet,  auch der Tourismus  ging Ende der 1970er Jahre stark zurück, der Schwarzwald war nur noch was für alte Leute – out.

Inzwischen ist der Schwarzwald wieder in ,   Aktivurlaub, Wandern, Skifahren und Wellness sind angesagt.

Der Schwarzwald musste sich, wie viele andere auch, immer wieder neu erfinden,  nur dass  die Gegend vermutlich noch etwas unwirtlicher ist..   Die Schwarzwälder sind Tüftler, hat jemand in einem Filmbeitrag gesagt – aus der Not heraus .. dazu passt   Not macht erfinderisch“  Ein Jahrtausend Arbeit im Schwarzwald –  ein weiteres hochinteressantes und sehr schön gemachtes Buch aus dem Silberburg-Verlag, das steht ganz vorne auf meinem Bücherregal 🙂

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