Spatenstich für das Nahwärmenetz in Bonndorf

Vorort sowie Fotos und Bericht: Ann-Kathrin Moser Bonndorf

Die offiziellen Bauarbeiten für das Nahwärmenetz in Bonndorf, wurden am Dienstag, den 11. März, feierlich mit dem Spatenstich begonnen. Hierzu luden die Gemeinde Bonndorf und die solarcomplex AG alle Interessierten ein. Anwesend waren Bürgermeister Michael Scharf, Vorstand der solarcomplex AG Achim Achatz, Projektleiterin Veronica Paolino, sowie weitere Vertreter der Firma, Mitglieder des Umweltarbeitskreises und Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bonndorf.

Die eigentlichen Bauarbeiten sind bereits seit letztem Donnerstag, 6. März, in vollem Gange. „Bonndorf soll eine regenerative Energiestadt werden“, ließ Achim Achatz am Dienstag verkünden. Die Gemeinde ist hierbei schon auf dem besten Weg, da sie den Energiebedarf der Haushalte bereits zu 98% mittels regenerativer Energien abdeckt. Diese Werte sollen nun auch in der Wärmeversorgung angesteuert werden. Zur großen Freude aller Beteiligten, findet das Nahwärmenetz in der Stadt Bonndorf großen Anklang. Bereits 145 Verträge sind abgeschlossen. Bei den Wärmeleitungen, die momentan in der Weststadt verlegt werden, setzt man mittels des Systems „German Pipe“ auf neueste Technik. Laut Andreas Kraft, welcher bei der solarcomplex AG für den Rohrleitungs- und Tiefbau verantwortlich ist, handelt es sich um besser gedämmte Rohre, um den Wärmeverlust zu vermindern.
Für die Umsetzung des 8 km langen Nahwärmenetzes sind eine Hackschnitzelanlage, sowie eine Solaranlage, geplant. Mit Hilfe der Solarenergie soll die Anlage im Sommer betrieben werden. Außerdem sind bereits Verhandlungen im Gange, um die Abwärme der Firma Dunkermotoren ebenfalls als Energielieferant zu nutzen. Großen Dank für die schnelle Umsetzung des Projekts gilt, laut Achim Achatz und Michael Scharf, im Besonderen des Umweltarbeitskreises, welcher sich intensiv für das Nahwärmenetz einsetzt.
Die Bauarbeiten begannen in der Bahnhofstraße und werden sich in den nächsten Wochen über die Waldstraße, Adolf-Hildebrand-Straße, Alois-Burger-Straße und Lenzkircher Straße erstrecken. Dies fordert viel Verständnis und Toleranz der Bürger, worauf Michael Scharf stark hofft. Während der Bauzeit wird es immer wieder zu Behinderungen kommen, welche durch Umfahrungen gekennzeichnet werden. Des Weiteren werden die jeweils betroffenen Anwohner durch Flyer informiert und können sich, im Falle persönlicher Anliegen, an die Firma Bohsung, welche für den Rohrleitungsbau verantwortlich ist, wenden.
Alle neuesten Informationen werden auf www.bonndorf.de und im Bonndorfer Blättle zu finden sein. Außerdem wird in Kürze ein Plan im Rathaus ausgehängt.

Bauzeit: März 2014 – Dezember 2014
Erste Wärmelieferung im Herbst 2014
Trassenlänge: 8,5 km
Besonderes Augenmerk auf Isolierung und Reduzierung von Energieverlusten
Kosten für Heizzentrale mit Hackschnitzelheizung, Nahwärmenetz und Wärmeübergabestation: ca. 5 Mio. Euro
Davon ¾ aus KfW-Darlehen und ¼ aus dem Aktienkapital der an Solarcomplex beteiligten Bürger
Energiekosten fließen in regionale Kreislaufwirtschaft ein und binden Kaufkraft vor Ort
Energielieferanten: Hackschnitzelanlage, Solarenergie, Abwärme durch Industriemaschinen
Wärmeproduktion: Zwei Holzhackschnitzelkessel (1200 kW und 550 kW)
für Abdeckung der Spitzenlasten: Ölkessel (1350 kW)
bisher 800 000 Liter Heizöl-Äquivalent ca. 700 000 € jährlich
jährliche Einsparung an CO2: etwa 3 000 Tonnen

Infos zur Solarcomplex AG
Das regionale Bürgerunternehmen hat sich den Umbau der Energieversorgung weitgehend auf erneuerbare Energien bis 2030 zum Ziel gesetzt. Solarcomplex sieht sich auf dem Weg zum ersten regenerativen Stadtwerk des 21. Jahrhunderts. Seit der Gründung im Jahr 2000 ist die Zahl der Gesellschafter von 20 auf jetzt rund 1.000 und das Grundkapital von 37.500 auf 7,165 Mio € gewachsen. Neben Bürgern aus unterschiedlichen Berufen sind auch zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen beteiligt, darunter auch fünf Stadtwerke der Region.
Solarcomplex stärkt mit seinen Aktivitäten die regionalen Beschäftigungs- und Wertschöpfungskreisläufe. Realisiert wurden bisher über 20 MW (Megawatt) Solarkraftwerke als Dachanlagen und Freiland-Solarparks, ein Wasser- und ein Windkraftwerk, zwei bürgerfinanzierte Biogasanlagen sowie 10 regenerative Wärmenetze und etliche moderne Holzenergieanlagen im Leistungsbereich bis 2 MW. Das Investitionsvolumen aller Projekte bis Anfang 2014 übersteigt 100 Mio. €. Seit 2007 firmiert sSlarcomplex als nicht-börsennotierte AG und bietet Bürgern die Kapitalbeteiligung über Aktien an, außerdem werden Genussrechte mit „sonnigen 4% Zins“ als ökologische Geldanlage angeboten.

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