Das Bad-Boll-Projekt – Neuentwurf für einen vergessenen Ort

DIE IDEE
Gästebuch von z’Bonndorf Eintrag von Sarah Hummel vom 1.November.2015

Ich bin eine Architektur Studentin der Uni Stuttgart Derzeit beginne ich gerade mit meiner Masterarbeit. Das Thema einer Masterarbeit stellt sich jeder Student selbst.
Bei einer Wanderung vor etwa 15 Jahren mit meinem Opa – ein früheren Löffinger – sind wir bei Bad Boll vorbei gekommen. Der Ort war für mich etwas ganz besonderes, ich war damals für einige Zeit sehr damit beschäftigt mir vorzustellen wie dort früher einmal alles ausgesehen haben mag. Nun habe ich mir als eigene Aufgabe einen Neuentwurf des Bad Bolls gestellt. Ich denke es ist vielleicht interessant, den Ort mit neuen Ideen zu besetzen und bin sehr darauf gespannt, was dabei so herauskommen kann.
Deine Seite hat mir sehr viel geholfen. Die Bilder und Karten und Berichte und Eindrücke – ich bin grade seit 3 Stunden am lesen – gleich Drucke ich ein paar Dinge aus und verwende sie für meine Stoffsammlung ..

PROJEKT GESTARTET
Auszug aus einem Email an z’Bonndorf vom 11.Januar.2016

..heute hatte ich eine Besprechung mit meinem Professor. Er hat mich gefragt, ob man die Kapelle nicht einfach selbst kaufen könne – weißt du etwas darüber? Die Frage ist etwas verrückt, aber ich finde es noch interessant zu wissen.
Mein Herberge-Entwurf wird wohl eine etwas schockierende Sache für den Ein oder Anderen, denn ich plane, die Kapelle einfach einzubetonieren – in ihr soll die Brunnenstube und ein Wasserspeier für das Boller Wasser sein. Der Innenraum soll erhalten bleiben und konserviert werden. Die Raumwirkung mit den bunten Farben und dem Lichteinfall durch die historischen Fenstern soll wieder hergestellt werden. Durch die Kapelle betritt der Besucher die Herberge „Zum Storchen“ (so hieß die Bad Boller Gaststätte ganz zu beginn um 1840 – am liebsten würde ich mein Projekt „Storchenturm“ nennen, doch den gibt es ja schon in Tiengen… mal sehen was mir noch so einfällt…)
Die Kirche bildet den Sockel – als Geschichtliches Fundaments meines Entwurfs. Darüber plane ich einen Beton Turm indem Wanderer Essen, Übernachten und Baden können. Von außen soll der Turm hart, rau und kühl wirken wie ein Räuberschloss – innen findet man gemütliche Holzverkleidete Räume die zum verweilen einladen und im Zwischengeschoss wo der Besucher auch baden kann gibt es sogar eine Sauna.
Der Turm verbindet die Lichtung, auf welcher nun die Rastbänke stehen und den alten Garten – Die Lichtung ist der Außenraum für die Wanderer(Tagesgäste) der alte Garten weiter oben soll der Außenraum für die Übernachtungsgäste sein, die hier nach einem Saunagang auch einfach ins Freie gelangen können.
Ich bin gespannt was dabei raus kommt, ich habe ja noch ein paar Monate Zeit.

Bad Boll im Schwarzwald – NEUENTWURF FÜR EINENE VERGESSENEN ORT – Die Masterarbeit
Auszug aus Emails an z’Bonndorf 12.Mai.2016

Ich habe es nun geschafft, mein Studium mit der Masterarbeit abzuschließen. Ich bin super froh und erleichtert.
Diese Mail geht an Alle, die mich während der Abschlussarbeit unterstützt haben, die für mich während meiner Studienzeit da waren und an diejenigen, die es einfach interessiert..

Die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Bad Boll werde ich nie mehr vergessen.

Ich kann mir vorstellen noch einen Schritt weiter zu gehen als dieser Universitäre Entwurf und womöglich wirklich einen Plan vorzulegen, wie man die Kapelle – wenn auch vielleicht recht brutal, aber sicherlich Aufsehen erregend – einbetonieren könnte. Dabei soll das Ziel sein, den Innenraum und das Geheimnis von Bad Boll zu wahren und gleichzeitig die Kapelle vor dem Abbruch zu schützen. Ich kann mir vorstellen, dass ein solches Projekt regen Anklang in der Architektenwelt wie auch in der Landbevölkerung haben wird. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht durchweg auf positive Meinungen stoßen würde, aber man wird auf jeden Fall viele Leute mit solch einer Idee auf Bad Boll aufmerksam machen können.

Das Thema macht mir wie Sie es sich ja gut vorstellen können sehr viel Spaß! – Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim lesen – Das Buch habe ich 5 mal gedruckt und meiner Familie geschenkt.

Der Herr Professor aus Berlin hat mich nochmals eine Woche nach der Abgabe des Projektes darauf angesprochen, dass ich unbedingt weiter machen soll und Bad Boll nicht mehr aus den Augen verlieren darf.

BadBollProjekt Aussenraumbild

BadBollProjekt Modell 1:200

BadBollProjekt Modell 1:200 Detail

BadBollProjekt Schnittmodell 1:50

Alle Bilder (C) Sarah Hummel 2016

Sarah hat auch ein wunderschönes Buch zu ihrer Masterarbeit geschrieben, das man hier als pdf lesen kann:

160420_VergessenerOrt_BadBoll.pdf

Kommentar von zBonndorf :
Von Anfang an war ich begeistert von der Idee Bad-Boll neu zu gestalten. Wenn man die Bad-Boll Seite auf z’Bonndorf liest weiß man auch warum. Die Entscheidung Bad-Boll abzureissen war aus meiner Sicht ein Fehler.
Im ersten Moment klingt der Plan natürlich etwas utopisch, aber auch nach einigen Monaten des Überlegens von Für und Wider bin ich der Meinung, das Projekt zu realisieren wäre genial.
Eigentümer ist das Land Baden-Würtemberg und das hat auf Anfrage von Sarah Hummel den Plan mit der Begründung des Naturschutzes, wie zu erwarten war, abgelehnt – übrigens gibt es wohl regelmässig Anfragen von Interessenten, die in Bad-Boll wieder etwas aufbauen wollen.
Nach lezten Meldungen soll die Kapelle in Bad Boll im Spätherbst renoviert werden – die Entscheidung ist wohl nicht mehr zu revidieren – oder vielleicht doch ?
– Fortsetzung folgt bestimmt – es gibt noch mehr Bilder und Infos über das Projekt und vielleicht schon einige Beiträge von Lesern –

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