Bad-Boll die letzten Jahre Teil 1


Bildquelle:Bad-Boll Schöner Wohnen 11-1982

Die letzten Jahre von Bad Boll bei Bonndorf. Was der Pavillon in der Wutachschlucht an der Stelle des ehemaligen Bad Boll eher verschämt verschweigt berichten die folgenden Dokumente, die im Wesentlichen über Bad Boll der Burr Brüder erzählen.
Es ist eine Schande was damals passiert ist wie man den Burr Brüdern das Leben schwer gemacht hat.
In meinen Augen haben fanatische Naturschützer in den obersten Behörden einen wieder hergestellten historischen Ort dem Erdboden gleichgemacht – gegen den Willen der hiesigen Bevölkerung.
Inzwischen hat man dazu gelernt und es durfte sogar ein Wasserkraftwerk bei Achdorf gebaut werden.

Ein Artikel von 1982, den mir eine sehr nette Leserin geschickt hatte, war Anlaß nach mehr zu suchen.
Bis auf diesen Artikel stammen alle folgenden Unterlagen aus einer Quelle die ich noch nicht nennen kann, später vielleicht mehr:

Bad-Boll-1890-Alte-Anzeige-k.png
Bad-Boll-1982-02-26-Grundbuch-Auszug.png
Bad-Boll-1982-06-06-Rosskur-Sonntag-aktuell.jpg
Bad-Boll-1982-11-Schoener-Wohnen-11.jpg
Bad-Boll-1982-Burr-genuegsam-muss-man-sein.jpg
Bad-Boll-1982-Ein-Kleinod-erwacht-Suedkurier.jpg
Bad-Boll-1983-08-18-Scheitert-Neuanfang-BZ.jpg
Bad-Boll-1983-11-14-Kleinkraftwerk.png
Bad-Boll-1983-weiter-hart-am-Ball-Badische-Zeitung.jpg
Bad-Boll-1984-Postkarte-Burr-R.jpg
Bad-Boll-1984-Postkarte-Burr-V.jpg
Bad-Boll-1984-Burr-Flyer-1.jpg
Bad-Boll-1984-Burr-Flyer-2.jpg
Bad-Boll-1985-10-19-Wutachschlucht-Idylle-Burr-Suedkurier.png
Bad-Boll-1988-12-31-Wunderliche-Welt.png
Bad-Boll-1989-04-06-Wutachschluch-nicht-laenger-Rummelplatz.jpg
Bad-Boll-1989-04-Totaler-Naturschutz.jpg
Bad-Boll-1990-03-10-Burr-bestaetigt-Verkaufsabsicht-Suedkurier.jpg
Bad-Boll-1990-03-10-Verkaufsabsicht-Suedkurier.jpg
Bad-Boll-1991-03-24-Todesurteil-Sonntag-aktuell.jpg
Bad-Boll-1991-Aus-fuer-Idyll.jpg
Bad-Boll-1992-02-13-Abriss-Calwer-Zeitung.jpg
Bad-Boll-1992-04-11-Ende-eines-Schwarzwald-Maerchens-HZ.jpg
Bad-Boll-1992-Das-Ende-eines-Schwarzwaldmaerchens-Heidenheimer.png
( Für die volle Größe einfach nochmal auf das Bild klicken )

Bad Boll Postkarte 1907

Diese wunderschöne,inzwischen 108 Jahre alte, kolorierte Schwarz-Weiß-Postkarte habe ich geschenkt bekommen. ( Einfach auf das Bild klicken um die volle Größe zu sehen ).
Vorderseite
„>klein-a
Rückseite
„>klein-a

An Fräulein Elise Maier Pforzheim:
Vom Waldkurort Bad-Boll bei Bonndorf Wutachthal Baden Die herzlichsten Grüße senden:
E. Dutzi, Mina ?, K. Matt ? , A Beschle 7.Juli.1907

Reise im Jahre 1910 jetzt als PDF


Die wunderschöne Reisebeschreibung rund um Bad Boll und die Wutachschlucht aus dem Jahre 1910 wurde von I. A. R. Wylie geschrieben . Es ist ein kleiner Teil des Buches „Rambles in the Black Forest“ und die schönste und älteste Erzählung über einen Bad Boll Besuch , die ich bisher gefunden .
Ich war so begeistert von der Geschichte und der schöne Sprache, dass ich sie sofort in deutsch übersetzt musste. Soviel ich weiß gibt es keine offizielle deutsche Version.
Ida Alexa Ross Wylie wurde am 16.März.1885 in Melbourne Australien geboren und war zur Zeit ihrer Reise im Jahre 1910 gerade 25 Jahre alt . Ab 1917 lebte sie in den USA und war über 30 Jahre lang eine sehr bekannte Schriftstellerin . Mehrere ihrer Bücher wurden in Hollywood ua. mit Katharine Hepburn verfilmt
… mehr siehe Rubrik Wylie1910f

Auf Nachfrage einer Leserin – Neu jetzt zum Nachlesen an einem Stück als pdf:
Rambles-in-the-Black-Forest-deutsch.pdf

Die Sauschwänzlebahn im Reiseführer 1896

Beim Schmökern in „Meyers Reisebücher Schwarzwald“ aus dem Jahre 1896 habe ich noch einen interessanten Reisebericht zur „Sauschwänzle-Bahn“ Weizen–Blumberg gefunden – Ausnahmsweise mal als vollständige Abschrift :

25. Route: Die Strategische Eisenbahn im südlichen Baden.
Die sogen. »Strategische Bahn« verdankt ihre Entstehung, wie der Name besagt, lediglich strategischen Rücksichten, um es der deutschen Heeresleitung zu ermöglichen, von der oberen Donau (von Ulm) her jeder­zeit schnell größere Truppenmassen nach der deutschen Südwestgrenze, speziell der Südwestecke des Deut­schen Reiches, zu befördern, was bis­her schwierig war, da die Schwarz­waldbahn von NW. nach SO. verläuft und die südliche Badische Staatsbahn­linie Basel-Konstanz für diesen Zweck nicht verwendbar ist, weil dieselbe zweimal Schweizer Gebiet durch­schneidet (einmal bei der Stadt Basel im Kanton Basel, das andre Mal zwi­schen Waldshut und Singen im Kan­ton Schaffhausen) und die Schweiz auf Grund ihrer Neutralität Durchzüge fremder Truppen nicht gestatten darf.
(Dem gleichen strategischen Zweck dienen auch die seit 1878 erbauten drei festen Eisenbahnbrücken über den Rhein: bei Breisach zwischen Kolmar und Freiburg, bei Neuenburg zwischen Müllheim und Mülhausen und bei Hüningen zwischen St. Lud­wig und Leopoldshöhe.)

Die Strategische Bahn gehört in ihrem hier dargestellten Teil zum Netz der Badischen Staatsbahnen, wurde von diesen mit den von der Reich«» und Landesregierung bewilligten Mit­teln in den Jahren 1887-90 erbaut und in ihren neuen Teilstrecken »Leo­poldshöhe-Lörrach« (6,3 km), »Schopfheim-Säckingen« (19,7 km) und »Wei­zen-Immendingen« (44,5 km) im Mai 1890 dem Betrieb übergeben. Mit den bereits vorhandenen Strecken der Badischen Staatsbahn: »Lörrach-Schopfheim« (13,4 km), »Säckingen-Waldshut-Oberlauchringen -Weizen« (53,1 km) bildet sie eine zusammenhängende Linie »Leopoldshöhe – Immendingen‘ (137 km), welche neuerdings über Tuttlingen nach Sigmaringen und dann nach Ulm weiter geführt wurde.

Die Bahn ist besonders auf der Strecke Weizen-Zollhaus bautechnisch interessant und auch landschaftlich lohnend. Bei der eigenartigen Bedeutung dieses neuen Verkehrsweges geben wir deshalb hier eine zusammenhängende Darstellung desselben, obwohl die ganze Strecke von Touristen kaum im Zusammenhang und ohne Unterbrechung bereist werden wird. Die Befahrung der 137 km langen Bahnstrecke Leopoldshöhe- Immendingen erfordert etwa 6 ¾ St. (ohne die Aufenthalte) und kostete etwa I. ll,oo, II. 7,30, III. 4,70 M.

Wir beginnen die Fahrt in Leopoldshöhe (S. 60), Station der badischen Hauptbahn Karlsruhe-Basel, 261 m ü. M., von wo die strategischetegische Bahn sich westl. wendet zur (2,5 km) Stat. Weil, darauf die Tüllinger Höhe, einen Ausläufer des Schwarzwaldes, mittels eines 865 m langen Tunnels durchbricht und auf (4,8 km) Stat. Stetten die Linie Basel-Zell (S. 190), die Wiesenthalbahn, erreicht. Auf dieser nun, wie S. 190 beschrieben, über das gewerbreiche Lörrach bis (19,7 km) Stat. Schopfheim (S. 191), 374 m. ü. M.

Oberhalb dieser Station zweigt die zweite Teilstrecke der Strategischen Bahn rechts ab, wendet sich bei (22,3 km) Stat. Fahrnau gegen SO. und geht in den 3170 m langen Großherzog-Friedrich-Tunnel (400 m. ü. M.), der in kaum drei Jahren durch den Muschelkalk des dem Schwarz­wald südl. vorgelagerten Dinkelbergs gebrochen wurde.

Es ist der zweitlängste Tunnel im Deutschen Reich (der längste ist der Kochemer Tunnel der Moselbahn mit 4216 m Länge; der Krähbergtunnel der Odenwaldbahn hat 3100, der Brandleitetunnel bei Oberhof im Thü­ringerwald 3030 m Länge). Die Durchfahrt dauert etwa 4 Min. Am östlichen Tunnelausgang die (26 km) Stat. Hasel, für das 20 Min. nördl. gelegene Dorf Hasel, bekannt durch seine schöne *Tropfstein­höhle (die Haseler Höhle, S 204), die, schon von Scheffel besungen, jetzt durch die Bahn leicht erreichbar gemacht worden ist. (Von Hasel in IV2 St. hinauf nach Schweigmatt, S. 192; Wegweiser.) —

Dann biegt die Bahn südl. in das schöne Wehrathai (R. 23) ein, (28,9 km) Stat. Wehr (353 m; S. 203), gewerbreicher Ort, oberhalb dessen das vom Schloß Bärenfels beherrschte Wehrathal seine Herz­lichkeiten entfaltet. (Post von Wehr durchs Wehrathal in 3 St. nach [17 km] Todtmoos.) – Die Bahn geht im offenen Wehrathal abwärts; bei (31,6 km) Stat. Öflingen ist die Trace eingeschnitten in eine Moräne aus der Eiszeit, in welcher der südliche Schwarzwald vergletschert war. —

Bei (33,6 km) Stat. Brennet (S. 208) tritt die Bahn ins breite Rheinthal; r. Drüben (1/4 St.) die Stat. Brennet der Strecke Basel-Konstanz, in deren Bahnkörper unsre Trace weiterhin aufgeht; dahinter der hier die Grenze des Deutschen Reichs bildende Rheinstrom, jenseits desselben die Schweiz. — Es folgt (39,4 km) Stat. Säckingen (292 m), durch Scheffels »Trompeter« weithin bekanntes, reizend gelegenes Städtchen (Näheres S. 208) an der Linie Basel- Konstanz (R. 24). Wagenwechsel, event. längerer Aufent­halt! —

Auf der Bahn Basel-Konstanz gelangt die Strategische Bahn, wie S. 209 beschrieben, über AIbbruck (S. 211) nach (62,6 km) Stat. Waldshut (340 m; S. 212), wo man in den neugebildeten Zug Waldshut-Immendingen umsteigt. — Weiter auf dem Bahnkörper der Südlichen Staatsbahn noch über Thiengen hinaus bis (72,1 km) Stat. Ober-Lauchringen (362 m; S. 213), wo unsre Bahn zur Vermeidung des Kantons Schaffhausen 1. nö. abzweigt.

Diese dritte Teilstrecke der Strategischen Bahn geht im grünen Wutachthal aufwärts, r. die Wutach, 1. die Straße,über die kleinen Stationen Horheim, Ofteringen, Unter-Eggingen und Eberfingen nach (89,5 km) Stat. Stühlingen (455 m; Bahnrestaurant; Hirsch imI. Post; Adler), Städtchen mit 1241 Einw., am Berge ansteigend, hübsch gelegen, waldige Umgebung überragt vom Schloß Hohenlupfen (601 m), großartige Alpenaussicht; in der Umgebung zahlreiche Spaziergänge mit Aussichtspunkten. Römerfunde. Stühlingen empfiehlt sich als Luftkurort. SWV. –

Dann (92,5 km) Stat. Weizen (471 m; Sonne, einfach und billig), Dorf mit 521 Einw. Post über Bonndorf nach Bad Boll (S. 172). — In Weizen beginnt die neue 1890 eröffnete interessante Gebirgsbahn, welche bis Zollhaus auf der Rhein – Donauwasserscheide (702 m) eine Höhendifferenz vom 231 m zu überwinden hat.

Die beiden Punkte liegen in der Luft­linie nur 9,6 km auseinander; da nun aber in Rücksicht auf große, rasche und absolut sichere Transporte (Truppenzüge) die Maximal­steigung von 1 : 100 auf der ganzen Strecke nirgends überschritten werden darf, mußte die Länge der Linie auf 25,5 km ausgedehnt und dazu gewaltige Kehren und Schleifen angelegt werden.

An tech­nischen Problemen bot die Anlage in kleineren Verhältnissen Ähn­liches wie die Gotthardbahn. Aus der Muschelkalkregion des untern Wutachthales tritt die Bahn in die Juraformation über, die gerade an der Grenze von Schwarzwald und Randen in den Bildungen des mittlern Jura, in weichen Schiefern und Thonen mächtig entwickelt ist, alles bewegliche Schichten, welche dem Bahnbau große Schwierig­keiten bereiteten.

Von Weizen führt die Bahn (r. sitzen!) in dem enger werdenden, von waldigen Abhängen eingerahmten Wutachthal am rechten Flußufer im allgemeinen nordwärts weiter hinauf, tritt dann unter der Ruine Blumegg in einen 1205 m langen Kehrtunnel; ist dieser durchfahren, so gelangt man sofort auf eine 28 m hohe und über 122 m lange Brücke über den unten hinströmenden Fluß, fährt nun auf dem linken Ufer nach S. zurück, so daß die zuvor durchfahren« Strecke jenseits tief unten sichtbar ist.

Beim Dorf Grimmelshofen, das unten im Thal liegen bleibt, die Wutachfluhen, ein tief einegeschnittenes Thal, Sandsteinfelsen wie in der Sächsischen Schweiz Hier biegt die Bahn nach Durchbrechung eines kurzen Tunnels in das von NO., vom Randen herabkommende Mühlenbachthal und erreicht die nach dem erwähnten Dorf genannte (99,9 km) Stat. Grimmelshofen \539 m), 45 m über der Thalsohle.

Nun geht es ein kurzes Stück im Mühlenbachthal an dessen Nordabhang weiter und abermals durch einen kurzen Tunnel, um sofort in den 1700 m langen Stockhaldenkehrtunnel einzubiegen, in welchem die Bahn kreisförmig geschlossen über ihre eigene Trace hinwegfährt, wie dies bei der Gotthardbahn auf der Südseite des Gebirges viermal der Fall ist.

In Deutschland ist dieser »Spiraltunnel« der erste in seiner Art. Nun steigt die Bahn immer an der westlichen Lehne des Thales aufwärts, bis sie dasselbe auf einem 176 m langen Viadukt überquert, um in die (105,6 km) Stat. Fützen (587 m) einzumünden. Vom Bahnhof aus sieht man rückwärts den Viadukt, auf der ändern Thalseitee die Bahnlinie zweimal übereinander, den Absturz des Hochplateau*, das man allmählich erklommen hat, gegen die unten hinbrausende Wutach, jenseit derselben Dorf und Ruine Blumegg — ein Bild, das nur mit Zuhilfenahme der Karte die Orientierung gestattet, denn den Zusammenhang all dieser ringsum liegenden Bahnlinien kann man auf den ersten Anblick nicht erfassen. —

Von Station Fützen steigt die Bahn auf der linken Seite des Mühlenbachthals noch etwas weiter, überbrückt es dann auf einem zweiten, kleinern Viadukt biegt am rechten Ufer nach S. zurück und zieht sich hinaus bis zum Rande des tief abstürzenden Wutachthals.

Eine große Kurve bringt uns wieder in nordöstliche Richtung, wir durchfahren einen 540 m hingen Tunnel, sehen unten Fützen liegen, erreichen, in südlicher Richtung umbiegend, die (113 km) Stat. Epfenhofen (655 m), über­fahren sodann den ganz in Eisenkonstruktion hergestellten ersten Epfenhofer Viadukt, der 290 m lang ist und 34 m hoch über dem freundlichen Dorf hinzieht.

Eine schmal ausgezogene Kehre ändert abermals unsre Richtung aus S. in SO., O., NO., N., der Thalbach wird nochmals überbrückt, in nordwestlicher Richtung fahren wir weiter, überschreiten auf einem letzten großen Viadukt von 262 m Länge das Biesenbachthälchen, treten in den 805 m langen Buchberg- Tunnel ein, biegen nach N. und NO. um und erreichen endlich die (118,1 km) Stat. Zollhaus-Blumberg’ (702 m; Gasthof in Zollhaus, einfach; Krone in Blumberg, besser), auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Donau; das Ende der Gebirgsstrecke und des interessantesten Teils der ganzen Bahnlinie. Das Dorf Blumberg (706 m) liegt 1/2 St. westl. von der Station.

Von Stat. Zollhaus erreicht man in 1 1/4 St. über Blumberg ansteigend die höchste Erhebung des Eichbergs (914 m), vulgo Stutzer, jäh nach dem Wutachthal abfallend, mit Aussicht auf den östlichen Schwarzwald bis zum Feldberg und die Gegend des Kandel sowie ins Wutachtal mit seinen höchst Interessanten Felspartien. —

Ein ähn­licher Aussichtspunkt, der Großherzog- Friedrich-Blick, liegt 1/2 St. westl. von Fützen; man sieht senkrecht unter sich den Wutachlauf. — Der schönste Aussichtspunkt ist 3/4 St. von Zoll­haus hinter Randendorf, beim sogen. Buchenen Stumpen, Blick auf Hegau, Zeller, Überlinger und Bodensee, Reichenau, Konstanz und Alpen.

»Zollhaus war in den Tagen, da es noch keine Eisenbahnen gab, ein wichtiger Straßenknotenpunkt. Die herrrlichen Wälder ringsum, die reine Höhenluft,die Möglichkeit der genuß­reichsten Ausflüge hinab ins wilde Wutachthal und hinauf auf den Randen, wo kaum 3/4 St. vom Gasthaus die herrlichste Fernsicht auf Schwarzwald, Jura, Alpen, Hegauer Vulkan-berge und Bodensee sich aufthut, all das ist wie dazu geschaffen, eine prächtige Sommerfrische zu geben, — sobald der Gasthof mehr dafür eingerichtet sein wird.« — Besser ist es in (1/2 St. westl.) Blumberg (706 m; westlich);

Wagen an Stat. Zollhaus. 3/4 St. von hier, beim Ottilien­hof (809 m), am Buchberg, überblickt man die interessanten Bahnbauten.

Zollhaus ist auch geographisch merkwürdig. Bekanntlich entspringt die Wutach im Feldsee am Feldberg, durchströmt dann den Titisee und sucht sich weiterhin ostwärts einen Ausweg, bis sie bei Achdorf plötz­lich nach SW. umbiegt; bei Walds­hut fließt sie in den Rhein. Nun zeigt aber von Zollhaus ab nach NO. das das Juragebirge durchschneidende breite Wiesenthal der Aitrach in den rundlichen Schwarzwaldgeschieben, die überall zu finden sind, so deutlich die Spuren davon, daß es ein alter Wutachlauf ist und hier unzweifelhaft eine große Flußverlegung stattgefun­den hat.

Als in der Diluvial-Epoche große Erderschütterungen im Gebiete des Schwarzwaldes die Bildung von Thal­spalten und den Ausbruch der ur- weltlichen Seen herbeiführten, nahm die Wutach die Richtung nach O. durchs Aitrachtlial. Durch neue Er­schütterungen zu Ende der Diluvial- Periode müssen bei Achdorf große Senkungen und Auswaschungen er­folgt sein, die Wutach nahm jetzt ihren Lauf südl. nach dem Rhein. Das zwi­schen Eichbergund Stolsberg fließende Schleifebächle geht r. zur Wutach, 1. (oder andernteils) zur Aitrach

Von Zollhaus geht die Bahn nun im breiten, sanft geneigten Aitrachthal abwärts, ohne technische Schwierigkeiten und auch in landschaftlich einförmigerer Gegend über die kleinen Stat. Riedöschingen, Leipferdingen (von hier in 1 St. auf den *Neuenhöwen [870 m] bei Stetten, das sogen. »Stettener Schlößli«, schönster Aus­sichtspunkt des Hegaus), Aulfingen, Kirchen-Hausen nach Hintschingen, wo sie in die Badische Schwarzwaldbahn (R. 15) mündet und auf dieser nach (137 km) Stat. Immendingen (658 m; S. 138) und dann nach Tuttlingen (S. 124) gelangt, von wo sie durch das Donauthal nach Sigmaringen und Ulm weiterführt. Näheres in Meyers »Süddeutschland«.

– Ende der Reisebeschriebung –

Mehr über die Sauschwänzlebahn auch unter Sauschwänzlebahn.de

Bonndorf und Bad-Boll im Reiseführer 1896




Der Weihnachtsmann hat mir ein schönes altes Buch gebracht 🙂 Meyers Reisebücher “ Schwarzwald“ von 1896, ein fast 120 Jahre altes Büchlein.
Wie man auf dem Foto lesen kann hatte Bonndorf damals 1530 Einwohner. Auch über Bad-Boll gibt es interessantes zu lesen:
„Vom Bad aus führt ein herrlicher, die Wutach vielmals auf Stegen überschreitender neu angelegter (1895) *Fußweg das Thal hinab nach Achdorf. Niemand versäume, diese wunderschöne Schwarzwaldpartie zu begehen. „

Bonndorf – wie es war..



Seit ein paar Tagen gibt es ein tolles neues Buch BONNDORF – wie es war und wie es sich verändert hat geschrieben von Ulrich Werner Schulze und Günter Hany

Das Buch ist eine wahre Fundgrube an alten Fotos und Postkarten, mit vielen spannenden Erzählungen und Berichten aus Bonndorfs Geschichte.
Den Lesern der Badischen Zeitung ist Ulrich Werner Schulze gut bekannt, dort gab es ein Artikelserie aus Bonndorfs Geschichte.

Ich kann mir gut vorstellen wie viele Monate oder sogar Jahre an Fleißarbeit in diesem Buch stecken, ganz zu schweigen von Organisation und Finanzierung dieses Projektes – Hut ab ! – ganz toll gemacht.

Das Buch kommt gerade recht zu Weihnachten – eine tolle Geschenkidee ! Es ist z.B. erhältlich bei Spachholz in Bonndorf zum Preis von 18€.

PS: Diese Woche kam eine Einladung von der Sparkasse zur offiziellen Buch-Vorstellung mit den Autoren in der Sparkasse beim Rathaus – für den 11.Dezember.2014 um 19:30 .

Männergesangsverein Bonndorf

Es wäre schade, wenn dieses schöne historische Bild vom Männergesangsverein Bonndorf einfach im Nirwana verschwinden würde. Ich vermute die Aufnahme zeigt den Aufmarsch vor dem DOM in St.Blasien. Von der Kleidung her müsste es auf jeden Fall vor 1940 sein, oder ? Tipps und Hinweise könnt ihr gerne ins Gästebuch schreiben.

Das Vollbild: MGV-Bonndorf (Original-Scan)

Bonndorf im Jahre 1901

Postkarte gelaufen im Jahre 1901

Bonndorf Brunnenstrasse

Bonndorf Rathaus – Sonne

Bonndorf Spiegelstrasse

Bonndorf Kirche

Hier wieder mal ein richtiger kleiner Schatz, eine Ansichtskarte von Bonndorf geschrieben am 1.Juli.1901 !
Was mir besonders gefällt ist die Brunnenstraße, man sieht dort an der Ecke zur Lindenstraße die Druckerei L. Beschle, in der diese Postkarte auch gedruckt wurde.

Bonndorf – Die Sommerfrische

Hier wieder ein schönes Fundstück aus Ebay. Titel:
„Bonndorf Höhenluftkurort im Hochschwarzwald – Die Sommerfrische für Genesende und Naturfreunde“
Ein  tolles Werbeprospekt – genaues Datum unbekannt – sollte zwischen 1940 und 1950 gewesen sein, unterhalb vom Schwimmbad sind noch keine Häuser zu sehen, siehe auch ältere Beiträge hier  – wer genaueres  weiß bitte melden !
Hier alle Seiten gescannt – am besten lokal speichern und dann mit einem Acrobat Reader anschauen:
Bonndorf-die-Sommerfrische.pdf  (14MB!)

Bonndorf 1910 – vor hundert Jahren

Bonndorf 1910 - Auf das Bild klicken für volle Größe

Einen Tag vor Weihnachten hat es hier in Bonndorf +10°C  ,  es stürmt von Süden und regnet –  gerade richtig um  im Haus zu bleiben und was  auf ObeAbe zu schreiben.

Hier ein kleiner Schatz, eine Klapp-Postkarte von Bonndorf die laut Poststempel 1910 gelaufen ist,  das heisst das Bild ist von Bonndorf von 1910 oder früher,  mein ältestes Bonndorf-Foto bisher.

So also  sah Bonndorf aus, als die junge Schriftstellerin  I. A. R. Wylie in Bonndorf und Bad-Boll zu Gast war.  Ihr  ausführlicher Bericht aus dieser Zeit kann man  in folgender  ObeAbe-Rubrik nachlesen:   Reise im Jahre 1910

Manche Gebäude sehen  heute noch so aus wie vor über 100 Jahren zum Beispiel   die Kirche,  das Krankenhaus,  das Rathaus,  das alte Polizeigebäude …

Wenn man auf das erste Bild klickt ( und dann gleich nochmal )  kann man die Postkarte in voller Auflösung anschauen,  wer mag kann sich das Bild speichern und sich in einem anderen Programm alle Details ganz genau anschauen.