Das Kurhaus Bad Boll – Prospekt 1931

Bad Boll - das Ferienheim für Handel und Industrie - Foto Seite 3
Bad Boll - das Ferienheim für Handel und Industrie - Das Prospekt

Seit Jahren bin ich auf der Suche nach Dokumenten über Bad Boll in der Wutachschlucht.   Selten hat man Glück,  hier mal wieder ein echter Hammer,  Danke Ebay.  Ein 20-seitige Druckschrift, ein Prospekt aus dem Jahre 1931.  Zitate:

Das Kurhaus Bad Boll im südlichen Schwarzwald der Ferienheime für Handel und Industrie.  Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime E.V. Sitz Wiesbaden.

Das Heim bietet in 2 Häusern 90 Gästen Aufenthalt. Es ist so recht geschaffen für alle, die unter Verzicht auf städtische Vergnügungen ihre Ferien in voller Ruhe verbringen wollen …

Schwimmbad. Eine besondere Annehmlichkeit bieten wir unseren Gästen in einem 34m langen und 9m breiten Schwimmbad. Die Benutzung des Bades ist Erwachsenen nur im Badeanzug gestattet ..

Heilmittel und Heilanzeigen.  Die auf unserem Grundstück entspringende neu gefasste Mineralquelle ist eine sulfatische Bitterquelle mit hohem Gehalt an Bicarbonaten …

Reisewege: Haltestelle Löffingen der Höllentalbahn … Autoverbindung zum Heim durch Wagen der Autovermietung Wider&Fürst … Personen die zu Fuss das Heim erreichen wollen, können auch in Reiselfingen aussteigen. Das Heim ist von dort in etwa 1 Stunde auf abfallendem Fussweg zu erreichen.

Postanschrift: Kurhaus Bad Boll der Ferienheime für Handel und Industrie,  Bad Boll (Baden) , Post Bonndorf im Schwarzwald

Fernsprecher: Amt Bonndorf im Schwarzwald  Nr.10

Verpflegungssatz: Einzelmitglieder …  Reichsmark 3,70 am Tag

Hausordnung: Klavierbenutzung ist vor 9 Uhr früh, zwischen Mittagessen und Vesper sowie nach 10Uhr abends ( von geselligen Abenden abgesehen) nicht zulässig.

Frühstück  7 1/2  – 9 Uhr

Mittagessen 12 1/2  Uhr

Vesper 3 1/2 – 4 Uhr

Abendessen 7 Uhr

Das Original Dokument  ist   15cm x 10cm groß,  hier als pdf  zum Nachlesen:

Das Kurhaus Bad Boll – als PDF

Bonndorfer Werbung von 1931

Das sind Bonndorfer Kleinanzeigen aus dem Jahre 1931  dh.  über 80 Jahre alt.

Oscar Meier Uhrenmacher gibt es noch heute.  Den Friseur Spiess kannte ich noch, sonst sind mir die Firmen unbekannt.

Interessant ist auch die letzte Anzeige vom Sonnenhof,   das Gebäude gegenüber vom Müller-Markt, in dem die Postannahmestelle untergebracht ist.

Die letzte Anzeige verrät auch woher ich die Anzeigen habe,  aus einem Werbeprospekt für Bad Boll, ein neuer kleiner Schatz, den ich bei Ebay für  1€  ersteigern konnte.

Den gesamten Prospekt und mehr über Bad Boll daraus – demnächst hier.

Die Reichsherrschaft Bonndorf – Teil 1

Eigentlich war ich auf der Suche nach Informationen über  den Flecken Oberhalden bei Boll,  dem heutigen  Park-  Spiel- und Grillplatz zwischen Boll und Schattenmühle.  Dabei bin ich auf ein  über 200 seitiges altes Geschichtsbuch über den Amtsbezirk Bonndorf gestossen , das von  Gerhard Boll aus Waldshut abgeschrieben und online gestellt wurde, Quelle siehe unten.  Das Buch ist von 1861 und ist damit über 150  Jahre alt.

Der Amts-Bezirk
oder
die ehemalige sanktblasische
REICHSHERRSCHAFT BONDORF.

Geschichtliche Beschreibung
von Albert Kürzel,
Pfarrer in Gündelwangen.

Freiburg im Breisgau

Commissionsverlag von Fr. Xav. Wangler in Freiburg.
1861

Das Vorwort hieraus lautet wie folgt :

Vorrede.
Diese geschichtliche Beschreibung des Amtsbezirks Bondorf ist das reine Ergebniß einer Privatbeschäftigung, die niemals dazu bestimmt war, an das Tageslicht zu treten; allein durch die nothwendige Umfrage und durch Forschen nach geschichtlichen Urkunden konnte sie nicht lange verborgen bleiben und knüpfte sich manches Jnteresse und manche Erwartung daran. So sehr es in der Absicht lag, denselben gerecht zu werden, so weiß es dennoch niemand besser, was ermangelt, als der Verfasser selbst, sowie auch keiner mehr die Erfahrung gemacht hat, was es heißt, an einsamem Orte, fern von literarischen Hilfsmitteln, eine Geschichte zu schreiben.
Was den Zweck der Arbeit betrifft, so sollte sie eine möglichst genaue und umfassende Geschichte des Amtsbezirks im Allgemeinen und eines jeden Ortes im Besondern sein, wodurch es einem Jeden gegönnt wird, einen Blick in die Vergangenheit seines Wohnortes zu werfen und darnach die allmählige Entwicklung der gegenwärtigen insbesondere politischen Zustände zu ermessen.
Wenn der Kirche und den kirchlichen Gebäuden eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, so geschah es eines Theils darum, weil sich darin am meisten Stoff darbot, ohne welchen es keine Dorfgeschichte gegeben hätte, andern Theils, weil dieses für den Ortsbewohner von größerem Jnteresse ist.
Manchem Leser dürfte die Art der Darstellung auffallen, die sich von
gewöhnlicher Geschichtsschreibung unterscheidet. Jch habe die Regestenform gewählt, zum Theil durch Mangel an Urkunden genöthigt, wodurch der geschichtliche Faden bisweilen unterbrochen wurde, zum Theil glaubte ich dadurch eine größere Deutlichkeit und Vollständigkeit zu erzielen, sowie Gelegenheit zu weiterer Forschung darzubieten. Es gibt wohl keinen andern Amtsbezirk, der eine solche geschichtliche Begrenzung hat, als Bondorf, wodurch die Erinnerung an die frühern Zustande treu bewahrt wird, welches auch die Veranlassung war, die Beschreibung darnach einzurichten und sie in diesen geschichtlichen Rahmen einzukleiden.
Hiemit statte ich dem Herrn Archivrath Dr. Bader meinen verbindlichsten Dank ab, dessen gediegene geschichtliche Abhandlungen ich nicht allein treu benützt habe, sondern auch in meiner Arbeit von ihm selbst auf’s Freundlichste unterstützt wurde. Anbei bemerke ich, daß mir jede Berichtigung im Jnteresse der Geschichte nur willkommen sein kann.
Gündelwangen im Mai 1861.
Der Verfasser

Aus der Abschrift von Gerhard Boll :

KÜRZEL, ALBERT: Pfarrer und Buchautor; * 15. November 1811 in Freiburg im Breisgau; † 27. Mai 1884 in Ettenheimmünster (Kloster); wurde am 9. September 1837 zum Priester geweiht. Er war zunächst Vikar in Bettmaringen, ab 1847 Pfarrer in Eschach und von 1851 bis 1865 in Gündelwangen. Er beschäftigte sich mit heimatlicher Geschichtsforschung und war bekannt mit Joseph Bader. Zahlreiche Schriften entstanden vor allem in seinen letzten Jahren in Ettenheimmünster.

Dieser Fund hat mich richtig begeistert, wie ich im nachhinein gesehen habe ist es auch auf der Wikipedia Seite von Bonndorf aufgeführt. Ich habe vor es gründlich zu lesen und die interessantesten Teiler in ObeAbe.de bekannt zu machen.

Quelle und Buch in pdf-Format : Reichsherrschaft Bonndorf

Das Gerbert-Denkmal in Bonndorf von 1855

Aus der Zeitung  Carinthia 1.12.1855 dem Wochenblatt für Vaterlandskunde, Belehrung und Unterhaltung :

Das Gerbert-Denkmal in Bonndorf.

Die Karlsruher Zeitung theilt in der diesjährigen Nummer 178 die Nachricht mit, daß die Gemeinden des großherzoglich badischen Amtes Bonndorf dem berühmten Fürstabte von St. Blasien, Martin Gerbert, ein in einer Statue in Lebensgröße bestehendes Denkmal errichten lassen. Dasselbe wird der geniale Bildhauer Reich in Hüfingen verfertigen und das Modell ist bereits ausgefertiget. Da sich die irdischen Ueberreste der Fürsten des österreichisch-habsburgischen Kaiserhauses, welche im Jahre 1770 aus der alten Kathedrale von Basel und aus der verfallenen Klosterkirche von Königsfelden im Aargaue ausgegraben, und in die von dem genannten Abte nach dem Brande vom Jahre 1768 mit einem ungeheuren Aufwande nach dem Muster der Kirche della Maria rotunda in Rom aufgebaute neue, prachtvolle Abteikirche von St. Blasien übertragen wurden, nun in der Abteikirche von St. Paul im Lavantthale befinden, und die durch Abt Martin Gerbert gesammelten werthvollen Manuskripte und die Handschriften einiger seiner wissenschaftlichen Werke, wie auch seine gelehrte (Korrespondenz in der Bibliothek und in dem Archive von St. Paul aufbewahrt werden, so ist der Abt Martin Gerbert nun auch für Kärnten eine besonders denkwürdige Person, und es dürfte daher angenehm seyn, diesen berühmten Abt und die Gründe kennen zu lernen, welche die Gemeinden des Amtes Bonndorf zur Errichtung des Denkmales bestimmten, welches ihnen nicht minder, als dem hochgeachteten Herrn Abte zur Ehre gereicht.

Abt Martin Gerbert entstammte dem altadelichen Geschlechte der Gerberte, Freiherren von Hornau zu Horb, welches sich bald nach der Reformation von Basel in Horb und später in der unteren Grafschaft Hohenberg niedergelassen hatte. Er wurde am 13. August 1720 zu Horb am Neckar im Schwarzwalde geboren, erhielt den ersten Unterricht in den Schulen von Ehingen in Schwaben, zu Freiburg im Breisgaue und zu Klingnau in der Schweiz. Philosophie und Theologie studirte er im Stifte St. Blasien, wo er in den Benediktinerorden aufgenommen wurde, am 28. Okt. 1737 die Ordensgelübde ablegte, und im Jahre 1714 zum Priester geweiht wurde. Seinen gründlichen Kenntnissen verdankte er bald eine Professur der Philosophie und bald nachher der Theologie im Stifte St. Blasien. Wahrheit und Gründlichkeit harmonirten bei ihm mit seinem Geschmacke. Scholastische Subdilitäten lagen außer dem Bereiche seiner Forschungen. Einen neuen Antrieb zu gelehrten Forschungen erhielt er, als ihm die Aufsicht über die Stiftsbibliothek anvertraut wurde. Er erfreute sich der Unterstützung seines Abtes, und durch diese ward es ihm möglich, zur höhern Ausbildung und Erweiterung seiner Welt- und Menschenkenntnis mehrere gelehrte Reisen durch Frankreich, Italien und den größten Theil Deutschlands zu machen. Das Merkwürdigste, was er auf seinen Reisen erlebt, theilte er später in mehreren seiner Schriften mit.

Seiner Gelehrsamkeit, seinem unbescholtenen Wandel und seinen vielen löblichen Eigenschaften, die seinen Charakter als Mensch zierten, hatte es Gerbert zu danken, daß ihn nach dem Tode des Fürstabtes Meinrad Troger im Jahre 1764 die Congregation seines Stiftes zum Fürstabte wählte. Als solcher führte er den Namen Martin II. Allgemein rühmte man ihm nach, daß diese Standeserhöhung in seinem Benehmen nichts geändert habe, und seine fortgesetzte literarische Thätigkeit bewies, daß sein Fleiß als Gelehrter durch die vielfachen Geschäfte, die sein Amt von ihm forderte, und durch den Glanz seiner Würde nicht unterbrochen ward.

Im Jahre 1768 wurde das Kloster sammt der Kirche, dem Büchersaale und den dazugehörigen Nebengebäuden ein Raub der Flammen. Der Brand soll durch einen Blitz entstanden seyn, welcher acht Wochen früher das Kloster getroffen. Das Feuer war gegen Mittag ausgebrochen und Alles unter den Zimmern des Abtes stand bereits in Flammen, als man ihn, der in seine Studien vertieft nichts von dem Brande merkte, abholte und mit Mühe rettete. Nach drei Jahren war der Wiederaufbau des Klosters fast der Vollendung genaht, und im Jahre 1771 konnte er den bis dahin zerstreut untergebrachten Mönchen wieder bewohnbare Zellen einräumen. Mit fürstlicher Freigebigkeit ließ Gerbert die Kirche und die übrigen Klostergebäude aufführen und verschaffte dadurch den Handwerksleuten der Umgegend Nahrung und Unterhalt. Die neue, prachtvolle, nach dem Muster der Rotunde in Rom aufgebaute Kirche hatte durch den häusig angebrachten Alabaster, der in den benachbarten Bergen des Klosters gebrochen wurde, ein glänzendes und imposantes Ansehen. Der Bau war im Jahre 1781 vollendet; die feierliche Einweihung fand jedoch erst im Jahre 1783 statt, weil die älteste Königsurkunde, die das Kloster als Abtei aufweisen konnte, von dem K. Otto II. im Jahre 983 gegeben wurde.

Die Vollendung dieses Baues machte ihm auch die Erfüllung eines Lieblingswunsches möglich, nämlich den, die Leichen der Fürsten ans dem österreichischen Hanse, die außer Deutschland, namentlich in der Schweiz, zu Basel und Königsfelden aufbewahrt worden waren, in seine Stiftskircke zu versetzen. Die Kaiserin Maria Theresia hatte diesen Plan gebilliget und, durch ihren Residenten in der Schweiz, die Einwilligung der Stände von Basel und Bern erwirket. Die Uebergabe hatte schon im Jahre 1770 stattgefunden; allein erst nach dem vollendeten Baue der neuen Stistskircbe konnte die feierliche Beisetzung in die für diese fürstlichen Leichen neu erbaute Gruft erfolgen. Als das Stift St. Blasien im Jahre 1807 aufgehoben wurde, und die Ausgewanderten im Jahre 1809 das neue Stift St. Paul im Lavantthale bezogen, wurden auch die hochgeschätzten irdischen Ueberreste der in St. Blasien beigesetzt gewesenen österreichisch – Habsburgischen Fürsten nach St. Paul übertragen, und in ein von dem letzten Fürstabte von St. Blasien und ersten Abte von Neu – St. Paul, Berthold Rottler, in dem südlichen Kreuzarme des Querschiffes der St. Pauler – Abteikirche errichtetes Cenotaph beigesetzt.

Gemeinsam mit dem gelehrten Wormser Weihbischofe Stephan Alexander Würdtwein unternahm Abt Martin Gerbert die Herausgabe der von Kapitularen seines Stiftes bearbeiteten und mit Recht berühmten Germania Sacra. Die Krönung Joseph II. zum römischen König feierte er durch die Fasti Rudolphini, die Geschichte des erlauchten Anherrn des habsburgischcn Hauses und des Erzhauses Oesterreich. Auch erschienen von ihm die geschätzten Werke: Historia nigrae silvae, de Rudolpho Suevico, Codex epistolaris Rudolphi I., die Geschichte des erlauchten Anherrn des habsburgischen Hauses und des Erzhauses Östereich.
Außerdem lieferte Abt Martin Gerbert auch noch eine bedeutende Anzahl von Werken aus beinahe allen theologischen Wissenschaften. Unter diesen fand eine besondere Beachtung seine: Ecclesia militans regnum Christi in terris insuis fatis repraesentata  (Die streitende Kirche als das Reich Christi auf Erden, in ihren Schicksalen dargestellt) S. Blasii, 1789. II. Tom., worin er aus der Geschichte die traurigen Folgen nachwies, welche die Einmischungen weltlicher Fürsten und Herren in die kirchlichen Angelegenkeiten gehabt haben.

Durch seine Reisen, wie durch seine Schriften erwarb sich Gerbert einen so bedeutenden Ruf, daß er von den literarischen Gesellschaften in London, Berlin, Mannheim, München und Roveredo zum Mitgliede ernannt wurde. Unter seiner Aufsicht blühten die Wissenschaften in seinem Stifte und man nannte ihn den Wiederhersteller der wahren Gelehrsamkeit in den deutschen Klöstern.

Aber nicht bloß durch seinen Sinn für Wissenschaft und Kunst, auch durch seinen Charakter als Mensch zeigte sich Gerbert von einer sehr beachtenswerthen Seite. Seine Wohlthätigkeit gegen Arme bewog ihn namentlich im Jahre 1789 für die damals blasianischen Aemter Bonndorf, Blumegg, Gutenburg und Bettmaringen, welche nun in dem großherzoglichen Bezirksamte Bonndorf vereiniget sind, ein Spital zu stiften, welches noch jetzt in Bonndorf besteht. Ebenso errichtete er daselbst eine Spar und Waisenkasse, welche den Gemeinden des Amtes Bonndorf stets zum Nutzen und Frommen gereichte. Aus Erkenntlichkeit hiefür widmen nun die dankbaren Gemeinden ein Denkmal dem Abte Martin Gerbert, der sich durch seine Thaten und Schriften selbst ein Denkmal gesetzt hatte, dauernder als das Erz. Er starb am 13. Mai 1793*).

G. Freiherr von Ankershofen.

Quelle :   Grafik und Text  von Google Books – korrigiert und überabeitet von mir.

Die  Fürstabt Martin Gerbert Statue wurde Ende Oktober  zum Steinmetz Rosa zur Runderneuerung nach Grafenhausen gebracht,  beim Hochhieven ist sie im Bereich der Beine in zwei Teile gebrochen.

Die Germania im Stadtpark

Bahnhofhotel (heutiges Schwarzwaldhotel) Postkarte von 1911
Die Germania - Ausschnitt aus Postkarte von 1911

.. und das Denkmal wie es heute aussieht, statt Germania eine Steinsäule.

Nach langer Zeit wieder mal eine tolle Postkarte von Bonndorf in Ebay ersteigert.  Die  Karte ist sehr klein 9x14cm aber sehr interessant.  Das erste Mal, das ich die Germania Statue sehe.   Man sieht die Dame in kämpferischer Pose mit Schwert in Bereitschaft.  Das Denkmal wurde ursprünglich zum Gedenken an den  „siegreichen“ 1870er Krieg gegen Frankreich erstellt,  im Vordergrund sieht man noch Adler und Siegeskranz, seitlich  den alten Kaiser ?

Zu dieser Zeit wurden gerne mal französiche Kanonen zu Siegesstatuen umgegossen .. später wurde sie im Weltkrieg wohl zu ebensolchen deutschen umgeschmolzen.

Die Germania Statue soll der Namensgeber für das heutige Gasthaus und Hotel Germania sein.

Der Stadtpark.

Die Schatzgräber von Neu-Tannegg

Burg Boll oder "Neu-Tannegg" - am 20.11.2010
Burg Boll im Winter - am 22.1.2012

Die Schatzgräber von Neu-Tannegg

Immer wieder war die Burgruine Boll, auch Neu-Tannegg genannt, das Ziel von Schatzgräbern, die glaubten,  unter den Trümmern der Feste ungeheure Reichtümer zu finden, zeigte ihnen doch der „Bergspiegel“  Haufen von gemünztem und ungemünztem Gold. Doch alles Suchen war vergebens.  Ein altes rostiges Hufeisen war das Einzige, was Spaten und Hacke zu Tage förderten.

Aus  “Sagen und Schwänke vom Schwarzwald”  gesammelt und neugestaltet von MAX RIEPLE . Rosengartenverlag Konstanz um 1973  –  aus der Bonndorfer Stadtbücherei .

Ob man mit Metallsuchgeräten wohl was gefunden hätte ?

Überhaupt was ist mit  „Bergspiegel“ gemeint  ?

Gibt es wirklich noch Schätze in der Wutachschlucht  ?

Bonndorf 1941

Bonndorf Postkarte vom 16.7.1941

Einfach auf das Bild klicken um eine grössere Version zu sehen.

Diese Postkarte ging einst von Bonndorf  an  „Dr. W. Linden,  Zahnarzt in St.Blasien“ .

1941,  das war mitten im 2.Weltkrieg.  Damals war noch alles sehr viel kleiner und unverbaut, aber die markanten Gebäude wie Kirche,  Schule und altes Krankenhaus sehen heute noch gleich aus – unverkennbar Bonndorf.

Ich bin am Lindenbuck im Bereich der Vogelwege rumspaziert und habe vergebens die Stelle gesucht von wo aus diese alte Fotografie gemacht wurde,  da ist heute  ein Haus neben dem anderen.

Das Bonndorfer Glöcklein – Sagen

Vom Abendspaziergang im Japanische Garten in Bonndorf diese Woche.


Das Bonndorfer Glöcklein

Vor vielen Jahren war’s,  als das hochedle Fräulein von Tannegg am Spätnachmittag von einem Besuch auf der Roggenbacher Burg auf ihr Schloß zurückkehren wollte.  Dunkelheit lag bereits über dem Tann. Da fing es an zu schneien. Dichter und immer dichter fielen die Flocken nieder und hüllten alles in gleichmachendes Weiß, Busch und Baum,  Weg und Steg.  Nur mühsam tastete sich die Tannegerin vorwärts. Schon wollte ihr die Kraft versagen, da hörte sie in weiter Ferne vom Turm der Pauliner Klosterkirche zu Bonndorf eine Glocke läuten. Von diesem Klang wie von unsichtbarer Hand geleitet, durchquerte sie den Wald und fand endlich nach Bonndorf  zurück.  Zum Dank für die wunderbare Rettung stiftete das Fräulein ein silbernes Glöcklein für den Rathausturm zu Bonndorf,  das an allen Winterabenden von neun bis zehn Uhr für verirrte Wanderer geläutet werden sollte, ein Brauch, der bis zum großen Brand vom 27.Dezember.1827 geübt wurde. Damals verbrannte nicht nur das Glöcklein, sondern auch das Bildnis seiner Stifterin, das im Bonndorfer Ratssaal hing.

Aus  „Sagen und Schwänke vom Schwarzwald“  gesammelt und neugestaltet von MAX RIEPLE . Rosengartenverlag Konstanz um 1973  –  aus der Bonndorfer Stadtbücherei .

Im alten Bonndorfer Stadtwappen muss dieses Glöcklein auch gewesen sein :

Wieder einmal kam ein großer Anstieg des Geländes, die bewaldeten Schluchten lagen hinter uns und wir näherte uns langsam aber stetig dem Dorf Bonndorf.

Vielleicht Dank seiner besonderen Lage hat das Dorf einen vergleichsweise alten Ursprung ; einst der Sitz eines längst ausgestorbenen Adels, ging es in den Besitz von St.Blasien über und hat wenig Geschichte von Interesse aufzuweisen. Eine Glocke in Bonndorfs Stadtwappen erinnert an die Legende von einem gewissen Fräulein von Tannegg, sie verirrte sich in einer stürmischen Winternacht und wurde nur durch das Läuten der Gebetsglocke des Paulinerklosters gerettet.

Aber weil Kloster, Stadt und Glocke allesamt durch Feuer zerstört wurden, welche Bonndorf unglücklicherweise anheim fiel, gibt es keine Beweis mehr für die Legende.

aus  Rambles in the Blackforest I.A.R. Wylie 1910

Bonndorfer Schwimmbad 1942

Fotopostkarte Bonndorf Schwimmbad 1942

Hier das  Bild noch etwas größer  Schwimmbad_1942_1024

An  Familie Hermann Eger,   Berlin O. 112 ,  Boschagener Strasse 44
Bonndorf i. Schwarzwald  11.7.1942

Meine Lieben Eltern !
Es gefällt mir hier gut . Das Essen ist hier reichlich. Der Wald ist ganz wunderbar. Wir finden hier Blaubeeren u. Erdbeeren in Mengen .  Auch zum Sonnenbaden haben wir Gelegenheit .  Mein Auge ist .. schon fast gesund. Frau Biller tröpfelte zwar …   jeden Tag ..
Alles Gute und herzliche Grüße  Eure  Herta

Wer das Bonndorf Schwimmbad heute kennt ist von diesem Foto bestimmt genauso begeistert wie ich .

Erstmal unterhalb des Schwimmbades ist überhaupt nicht zu sehen .   Heute ist das ringsum total verbaut !

Dann sieht man unterhalb des Schwimmbads  ein Reck ,  ein Pferd und die Turnerriege – es ist wohl Sonntag und man ist am Trainieren .

Auch die Mode von damals ist sehr interessant.  Hier nochmal ein paar Ausschnitte davon :

Turngeräte unterhalb des Schwimmbecken
Badekappen und Duschen Pflicht - die Damen mit Hut
Kleider mit Pünktchen und Zöpfe - hübsch unsere Omas !

Die Postkarte  ist eine Fotopostkarte von „Spachholz&Erhardt Buchdruckerei Bonndorf“