Bad Boll – 1937

Bad Boll - von der anderen Wutachseite

Hier das Foto noch etwas größer  Bad_Boll_1937_1024

Bad Boll hier mal von der Reiselfinger Seite aus über die Wutach gesehen .  Schön!

Die Postkarte ist 8,5cm x 14cm und auf der Rückseite datiert  mit  „11.8.37“

Bad Boll – Speisesaal

Bad Boll Speisesaal - Postkarte

Bild grösser anschauen :   Speisesaal gross

Speisesaal - Detail Fenster

Bild grösser anschauen :   Fenster_gross

So ein Bild hab ich schon in der Festschrift des Schwarzwaldvereins gesehen , vor kurzem wurde es günstig in Ebay angeboten , da konnte ich nicht widerstehen ,  weil …

Eigentlich nur eine neue Postkarte mit 14x9cm , aber Dank  der Hilfe meines Sohnes Christians  ,  mit Makrofotografie und einigen Fotobearbeitungen kann man viel mehr Details als auf der Postkarte selbst erkennen.

Die Fenster im Speisesaal in Bad Boll waren wunderschön ,  im Jugendstil ,  links und rechts vom Fenster gab es  schöne Figuren  ,  ein Farbfoto wäre natürlich noch schöner

Bad Boll und die Burr-Brüder 1982

Toll was man im Internet alles finden kann. Aus einem Spiegel-Bericht über Bad Boll von 1982,  Zitat :

Zwei junge Lehrer haben mitten im Schwarzwald einen verrotteten kleinen Kurort samt Heilquelle gekauft, den sie mit eigenen Mitteln sanieren.

Die Brüder sehen sich, unterstützt von Eltern, Verwandten und Studienfreunden, schlicht als „schwäbische Schaffer“, die zeigen wollen, „wie man aus einem total kaputten Kurort wieder ein Ziel für Gäste, Wanderer und Naturfreunde machen kann“.

Schon seltsam, was den Brüdern nun auf rund zehn Hektar Boden außer Wald, Wiesen und Wutach-Ufer gehört: beispielsweise ein Wasserkraftwerk und eine Waldschenke, ein Badhaus mit zwei Dutzend verrotteten Gästezimmern und eine Kapelle, ein kleines Freibad und ein Fischweiher, eine prächtige Kastanienallee und eine funktionierende Kläranlage, Gesinde- und Garagenbauten, alles etwa 130 Jahre alt – und eine sprudelnde Heilquelle.

Das alte Kurhaus, erst vor wenigen Jahren vermutlich durch Brandstiftung ausgebrannt und dann vollends abgebrochen, hatte einst Balustraden und Säulengänge, dort speiste und tanzte unter Kronleuchtern die Hautevolee vor allem aus dem Rheinland und aus Norddeutschland.

1960 schließlich kaufte den veralteten Weiler der Arzt Werner Schütze aus Freiburg, ein bißchen Kauz, ein bißchen Köhnlechner. Kein Wunder, daß seine Wiederbelebungsversuche für Bad Boll von den Nachbargemeinden skeptisch und distanziert verfolgt wurden: vegetarisches Altersheim zuerst, dann Klinik für biologische Ganzheitsmedizin, schließlich Release-Center und „Freier Therapiehof Bad Boll“ mit Werkstätten für Suchtkranke.

Das neue Bad Boll, wo sich immer noch einstige Schütze-Patienten das Heilwasser kostenlos in Flaschen abfüllen, hat auch, wie alle verwunschenen Flecken, ein geheimnisvolles Stück Vergangenheit.

Quelle :   Spiegel Artikel

Bad Boll Fundstücke

Grosses Darstellung

1. Hab im Ebay für rund 2€ diese  sehr alte Fotopostkarte erstanden .

2. Auf der Seite des Freundeskreises Kapelle Bad Boll www.kapelle-badboll.de gibt es unter der Rubrik  „Presse“  sehr interessantes Lesematerial,  die HighLights aus meiner Sicht  :

  • 26.09.2010  Geschichte Bad Boll Zusammenfassung von Martha Weishaar – eine neue schön geschriebener Übersicht .
  • 30.06.2010   Bad Boll in zeitgenössischen Schilderungen aus dem 19.Jahrhundert – 25 Seiten Bericht über Bad Boll von Kurt Hodapp , aus dem Jahre 1991,   das war wohl gerade zu der Zeit als Bad Boll abgerissen werden sollte.  Sehr detailliert mit vielen Hinweisen auf weitere Quellen.


Kapelle Bad Boll

Grosses Darstellung

Am Wochenende hatte ich das Glück zwei alte Postkarten bei  Ebay zu ersteigern .  Hier bei der Nummer 2 handelt es sich um einen kleinen Schatz .

Bad Boll Kapelle “  der Anbieter hat die  Karte auf 1920 datiert , es ist ein „Kupfertiefdruck“ .

Der Anblick von Aussen hat sich erstaunlicherweise  in den letzten 90 Jahren scheinbar kaum geändert !

Über den Link oben kommt man zu einer doppelt so grossen Darstellung –  die Postkarte ist im Original nur 13x8cm gross.

Bad Boll – Ansicht von Norden

Grosse Darstellung

Am Wochenende hatte ich das Glück zwei alte Postkarten von Bad Boll bei  Ebay zu ersteigern .

Hier die Nummer 1 ,  “ Waldkurort Bad Boll, Wutachtal “  in seiner ganzen Schönheit von Norden aus betrachtet .

Die Rückseite ist auch beschriftet und mit dem Datum  „19.8.25“  versehen .  Klickt man auf den Link oben bekommt man eine doppelt so grosse Darstellung .

Bad Boll Wutachschlucht

Beim Durchschauen meiner kleinen Sammlung ist mir diese Postkarte von Bad Boll aufgefallen.  Das Format ist etwa 14 cm x 9 cm .  Früher hätte  man die eingescannt ,  jetzt geht’s einfacher mit der Digitalkamera.  Da kann man mit dem kostenlosen Fotobearbeitungs-Programm paint.net  richtig viel machen  zB.  solche Vergößerungen  :

Bad Boll Karte - Übersicht
Ein Schappschuß der Karte
Bad Boll näher betrachtet
Das Zentrum von Bad Boll - rechts ein Teich?
Obere Häuser
Teil 1
Untere Häuser

Das untere Bild ist ganz interessant ,  in der  linken oberen Ecke sieht man einen Springbrunnen .

Links unten im Bild unterhalb der Buchstaben „wa“ sieht man noch  Turm und Dach der  Kapelle Bad-Boll.

Wer das Gelände heute kennt ,  kann sich jetzt vielleicht besser vorstellen wo die Geäude waren – und wie schön und groß Bad Boll einst war.

Bad Boll

Der Verein „Kapelle Bad Boll“ ist sehr rege , passend zu meinem Artikel neulich gibt es heute in der Badischen Zeitung einige Details zum Ende von Bad Boll :

Bad Boll BZ Teil1


Nachtrag 3.9.2010

Heute gab es den zweiten Teil . Es werden Gesamtkosten von 2 Millionen Mark erwähnt . Das versetzte Gebäude interessiert mich . Mal sehen …

Bad Boll BZ Teil2


Nachtrag 6.9.2010

Und noch ein Artikel aus der Badischen Zeitung vom Samstag :

Azubis des Landratsamtes ackern in der Schlucht

Bad Boll BZ 4.9.2010

Zitat :

Ausgehend von der Geschichte der einstmals weltberühmten Kur- und Badeeinrichtung sollten sie die Kapelle vermessen und skizzieren, Bauschäden und etwaige Erhaltungsmaßnahmen möglichst präzise definieren, ein künftiges Nutzungskonzept erarbeiten und die Kapelle von Gestrüpp befreien, damit anstehende Sanierungsarbeiten erleichtert werden und die Kapelle wieder besser zur Wirkung kommt.

Im selben Zug wurde der Ablauf der Mineralwasserquelle gereinigt und Überlegungen angestellt, wie man diese historische Quelle den Besuchern besser präsentieren kann. Das große Interesse vorbeikommender Wanderer an dieser Aktion nutzte die Gruppe, um informative Flyer des Freundeskreises, der zu Spenden für den Erhalt der Kapelle aufruft, zu verteilen.

Zitatende

Koordiniert wurden die einzelnen Gruppen von Friedbert Zapf – Hut ab !

Da fehlt jetzt nur noch die Spendenbüchse an der Kapelle … nicht ist unmöglich !!!


Nachtrag vom 24.September.2010 :

Neues vom Freundeskreis , Zitat:

Fast 15 000 Euro an Spenden hat der „Freundeskreis Kapelle Bad Boll“ bereits zusammen, für weitere 15 000 Euro liegen konkrete Zusagen vor. Außerdem wurden bereits eine Fensterspende, kostenlose Erdarbeiten oder die Bereitstellung von Baumaterial zugesichert.

Bad Boll BZ 24.9.2010

Kapelle Bad Boll

Diese Woche war dem Bonndorfer Blättle ein Flyer des neugegründeten „Freundeskreis Kapelle Bad Boll“ beigelegt. Man möchte die Kapelle erhalten und sie wieder renovieren , es wird mit ca. 100’000€ gerechnet. Es gibt auch eine eigene Webseite dafür – mit dem Flyer zum Runterladen : www.kappelle-badboll.de

Da hab ich mal aus meinem eigenen Fotoarchiv ein paar Bilder rausgesucht – für mich ist das einer der magischen Orte in der Wutachschlucht . Er ist voller Energie , für mich ein Kraftort zu dem ich immer wieder mal hin muss – ein paar Minuten dort und man fühlt sich wie neugeboren.

Vor der Kapelle ist eine Quelle , wie das letzte Bild zeigt – ich vermute das ist die alte Heilquelle , die Bad Boll einst berühmt gemacht hat. Es wäre schön wenn die ursprüngliche Quelle wieder gefasst werden könnte …

Die Idee des Freundeskreis ist einfach klasse – könnte man da nicht einfach eine Spendenbüchse aufstellen ? bei den zigtausend Wanderern müsste einiges zusammenkommen – ok die Büchse müsste man bestimmt einbetonieren ..

Bad Boll aus meiner Sicht :

In den siebziger Jahren bin ich mal mit ein paar Schulfreunden in der Wutachschlucht in Bad Boll gewesen, die Gebäude standen noch , allerdings waren einige Scheiben eingeschlagen, wir sind durch ein offenes Fenster eingestiegen, an einer Wand im Erdgeschoss ware ein wunderschönes riesiges Wandbild gemalt, ein Paradiesvogel in einer Traumlandschaft – hat wohl mal eine ehemalige Patientin gemalt . Überall lagen Papiere rum . In der Nähe der Brücke war ein Stromgeneratorhäuschen, ein eigenes E-Werk mit einem grossen alten Generator . Wie ich mit der Zeit herausgefunden habe, war es davor eine – zumindest kurzzeitig – sehr erfolgreiche Klinik für Drogensüchtige , der Arzt und Macher der Klinik muss gestorben sein . Manche der Bewohner konnte man damals beim Einkaufen in Bonndorf treffen, nette Leute. Bad Boll trotz des beginnenden Verfalls damals eine schöner, verwunschener Fleck .

Nachdem Bad Boll einige Zeit in Privatbesitz war , hat es das Land gekauft. Man hatte von 1 Million Mark gemunkel , eine weitere Million hat vermutlich der Abriss aller Gebäude gekostet ( Nachtrag : Laut BZ vom 2.9.2010 2 Millionen Gesamtkosten ) – das tut mir heut noch weh – schade, dass man für das gleiche Geld nicht den Flecken erhalten hat – Naturschutz kann manchmal so unerbittlich sein…

Auf dem ersten Bild zeigt eine alte Ansichtskarte Bad Boll wie schön es mal war, in der aktuellen brandneuen Festschrift des Schwarzwaldvereins zum 125 jährigen sieht man wie wunderschön zB. der Speisesaal mal war.

Einzig die Kapelle durfte man nicht abreissen – schliesslich war sie ja geweiht – und das ist gut so . Dem Freundeskreis wünsche ich viel Erfolg !

PS: Ich sammle schon eine Weile alles mögliche zur Wutachschlucht , einmal hätte ich fast das Buch von Samuel Pletscher „Der Kurort Bad Boll 1879“ in Ebay ersteigert – leider nur fast . Über Hinweise, Tipps und Quellen wäre ich sehr dankbar . Ziel ist alles mal Online zu Nachlesen zu veröffentlichen .