Das Wellendinger Chäpilli

Das Wellendinger Chäpilli - im Hintergrund Bonndorf - Mitte Oktober

Abschrift von einem Blatt an der Chäpilli Tür mit folgender Erklärung :

Sie befinden sich hier im Wellendinger Chäpilli.  Dieses kleine „Bethaus“ war früher der Sammelort für Wallfahrten zur Gottesmutter nach Todtmoos. In den Zeiten der großen Wallfahrten war Todtmoos der beliebteste Wallfahrtsort im Südschwarzwald,  die Nordschweiz und den Sundgau in Frankreich.

Hier trafen sich die frommen Wallfahrer. Vom Süden aus Mauchen, Bettmaringen, Wangen, Wittlekofen.  Aus dem Osten aus Lembach, Dillendorf, Brunnadern, Ewattingen, Münchingen und Lausheim. Von Norden aus Bonndorf, Boll und Gündelwangen. Im Westen schlossen sich Steinatäler, Ebnet, Rothaus und Grafenhausen an.

Das Diözesanarchiv in Freiburg schätz das Alter des „Chäpilli“ auf über 300 Jahre  (ca. 1680).

Mehrmals wurden Schäden daran ausgebessert. Schließlich war es aber baufällig und nicht mehr würdig. Trotzdem haben zwei fromme Frauen aus Bonndorf es regelmässig gepflegt.

Mehrere Wellendingen Bauhandwerker-  an der Spitze Josef Beringer – kamen auf die Idee, sich des Chäpillis anzunehmen.  Auch das Landesdenkmalamt schaltete sich ein.  Der Architekt Georg Bernhart ( von hier stammend)  lieferte die Pläne.

1994 begannen die Arbeiten: weitgehender Abbruch und Trockenlegung, Wiederaufbau mit den Originalsteinen.

Die Aufrichtung und Grundsteinlegung erfolgte offiziell am Samstag, dem 2.Juli.1994 durch Bürgermeister Scharf und die örtlichen Stadträte. Dabei wurde auch eine Urkunden in den Grundstein eingemauert.

Zahlreiche Geld- und Materialspenden und viel freiwillige Hilfe mehrerer heimischen Firmen haben dieses Gemeinschaftswerk ermöglicht.

Am Sonntag, dem 7. Mai.1995 wurde das Chäpilli von Stadtpfarrer Eugen Fleig unter reger Beteiligung der Bevölkerung feierlich eingeweiht. Weitere Festreden hielten Landrat Dr. Wütz und Bügermeister Michael Scharf.

Die Figur im Innenraum des Chäpilli stelle den  Heiligen Sebastian dar, den Patron gegen Pest und viele Tierkrankheiten.  Es wurde gestiftet und wird von gläubigen verehrt und um Hilfe angerufen.

Darüber steht die PIETA, die Schmerzensmutter, die auch im Wallfahrtsort Todtmoos steht. Sie ist im Mittelpunkt des Chäpillis. Vor diesem Gnadenbild beteten die Wallfahrer vor Beginn ihres Fußweges nach Todtmoos.

Möge die Gottesmutter auch die Besucher von heute segnen !

Wellendingen im Mai 1995  ( Der Chronist Artur Riesterer  Rektor i. R.)

Anhang:

Leider wurde die wertvolle Statue ( aus Holz geschnitzt )  des Hl. Sebastians im Jahre 1996 entwendet. Die zweite Figur des Hl. Sebastian, sowie die sehr alte PIETA, Vasen und Heiligenbilder wurden im Jarhe 2006 Opfer eines Anschlages von alkoholisierten Jugendlichen.

Die jetzige Heiligenfigur der Hl. Maria wurde von der Familie Helmut Kromer gestiftet.

Sollten Sie mit einer Spende zum Erhalt dieses Bethauses helfen wollen, sind wir sehr dankbar.   Blz: 68051207  Kto:183889

Das Wellendinger Chäpilli ist nicht zu übersehen und befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen Bonndorf und Wellendingen, in  Richtung Fuchsberghütte. Das war das erste Mal, dass ich es offen sah ( am 13.Oktober)  –  von außen und innen  wunderschön – auch glaubt man dort etwas besonderes zu spüren,  ein richtiger Kraftort …